Dr. Alexander Beck

Arzt2016

Dr. Alexander Beck – ein empfehlenswertes Modell


Dr. Alexander Beck freut sich über den LUXX

    • Herr Dr. Beck, wieso sind Sie Zahnarzt geworden?
      Eigentlich wollte ich Humanmedizin studieren, bin dann aber durch einen Nebenjob als Schüler in einem zahntechnischen Labor auf den Geschmack der Zahnmedizin gekommen. Ich habe zwar nur die Päckchen zu den Praxen gefahren, bekam aber Einblick in die Arbeit. Und da mir diese Verbindung aus technischem und medizinischem Arbeiten gefiel, habe ich in Regensburg Zahnmedizin studiert und dort 2008 mein Examen gemacht. Während des klinischen Studiums und meiner Assistenzzeit habe ich in der MKG-Chirurgie der Uni Regensburg meine Doktorarbeit geschrieben. Anschließend war ich drei Jahre angestellt und habe dann 2013 meine Praxis übernommen.
       
    • Haben Sie sich vor dem Schritt in die Selbstständigkeit Rat eingeholt?
      Zuerst habe ich mich bei meinen Studienkollegen aus meinem Examenssemester umgehört, von denen aber bis dahin nur ganz wenige den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt hatten. Zum Glück habe ich einen guten Freund, mit dem ich während meiner Assistenzzeit das Curriculum Implantologie gemacht habe. Der hatte sich ein Jahr vor mir niedergelassen und empfahl mir einen Unternehmensberater. Der Tipp war Gold wert.


      Ein Top-Team muss sein

    • Wollten Sie sich von Anfang an selbstständig machen?
      Diese Idee nahm bereits während meiner Assistenzzeit konkrete Formen an. Eine Praxis nach eigenen Vorstellungen zu betreiben, das war schon ein Traum. Da ich mich vorzugsweise in meiner Geburtsstadt Landshut niederlassen wollte, habe ich dort immer mal wieder nach Möglichkeiten geschielt.

    • Haben Sie in „Ihrem“ Teil von Landshut viel Konkurrenz?
      Ja, Landshut ist zahnmedizinisch sehr gut versorgt – das hat mir anfangs schon etwas Sorgen gemacht. Die Stadt ist durch viele und teils sehr gute Kollegen ein „schwieriges Pflaster“ für Neueinsteiger. Die Praxis liegt auf der Mühleninsel in der Innenstadt von Landshut – eine Gegend mit vielen medizinischen Fachdisziplinen in unmittelbarer Nähe, ähnlich einem Ärztehaus. Dies schien mir ein guter Standort, um mein zahnmedizinisches Konzept zu verwirklichen. Deswegen habe ich auch unsere Corporate Identity der Mühleninsel angepasst.


      Implantologie im OP gehört zur täglichen Routine

    • Wie sieht Ihr Konzept aus?
      Meine Philosophie ist es, den Patienten von A bis Z behandeln zu können – quasi alles aus einer Hand. Ich möchte ein enges Patientenverhältnis haben und die Patienten nicht für bestimmte Therapien überweisen müssen, sondern selbst so viel wie möglich auf hohem Niveau anbieten. Daher habe ich mich stark in der Implantologie weitergebildet, dort meinen Tätigkeitsschwerpunkt und als weiteres Steckenpferd die Parodontologie.
       
    • Sie haben den Schritt mit 31 Jahren gewagt – hatten Sie anfangs Bauchschmerzen?
      Natürlich habe ich anfangs ein mulmiges Gefühl gehabt, da ich ja zuvor nie mit solchen Summern hantiert habe – zumal ich mit meiner Investition etwas über den Durchschnittssummen ähnlicher Praxisübernahmen liege. Aber mein Berater hat mich in vielerlei Hinsicht sehr gut vorbereitet, mich etwa bei der Auswahl der Bank und der Finanzierung unterstützt und mir so die Angst genommen. Schlaflose Nächte hatte ich daher keine.


      Individuelle Beratung ist wichtig – und in diesem Fall digital

    • Haben Sie wegen der hohen Investitionssumme überlegt, die Praxis so zu übernehmen, wie sie war?
      Ich habe in der Tat darüber nachgedacht, weil ich die Übernahme finanziell selbst stemmen musste. Ich habe mich dann aber dagegen entschieden, weil ich die Praxis technisch modernisieren und auch optisch umgestalten wollte, um mich mit der Umgebung zu identifizieren, selbstbewusst auftreten und schlussendlich erfolgreich sein zu können. Binnen vier Wochen wurde die Praxis komplett modernisiert: Zwei der vier Behandlungszimmer habe ich komplett neu eingerichtet, inklusive der Behandlungsstühle. In jedem Zimmer stehen nun PCs, die Praxis ist vernetzt, darüber hinaus habe ich ein neues Panoramaröntgengerät und ein Operationsmikroskop gekauft sowie den Steri modernisiert.
       
    • Wie haben Sie den Übergabeprozess empfunden?
      Ausgesprochen positiv, weil ich von meinem Vorgänger sehr gut eingeführt wurde. Er hat mich schriftlich bei allen Patienten vorgestellt und seine Übergabe angekündigt. Anschließend haben wir einen gemeinsamen Flyer produziert, der ebenfalls an alle Patienten verschickt wurde, sodass diese schon mal das Gesicht „des Neuen“ sehen und das Gefühl bekommen konnten, dass die Praxisübernahme im Sinne des vorherigen Besitzers ist. Dieses Modell empfehle ich auch jedem anderen Arzt, der mit der Übernahme einer Praxis liebäugelt – so es möglich ist. Es gibt allen Seiten eine gewisse Sicherheit. Unterm Strich lief es rund, auch bei der Übernahme der Mitarbeiter. Sie mussten sich allerdings bei der Organisation auf ein höheres Patientenaufkommen einstellen.
       
    • Das klingt, als haben Sie die meisten Patienten halten können?
      Nicht nur dass, wir konnten unseren Patientenstamm deutlich erweitern – was ich vor allem auf unsere Philosophie zurückführe, dass wir den persönlichen Kontakt wollen. Unsere Patienten kommen zu uns, weil sie wissen, dass sie hier bestens behandelt werden, ein freundliches Klima und jederzeit Transparenz herrscht. Um bei dem Patientenzuwachs weiterhin eine solide Zahnheilkunde anbieten zu können, habe ich im Mai 2015 einen weiteren Zahnarzt angestellt.
       
    • Wie gut waren Sie auf das „Chef-Sein“ vorbereitet?
      Ich denke, dass meine Zeit als Assistent und als angestellter Zahnarzt eine sehr gute Schule war, weil ich den eigenen Chef im Umgang mit seinem Personal erlebt habe. Und ich habe mich viel auf den gesunden Menschenverstand und die Grundregeln im Umgang mit anderen verlassen – damit bin ich bislang gut gefahren.


      Selbst den Kids gefällt die Praxis | Fotos: Medical Instinct

    •  ... und auf die soziale Verantwortung für Ihre Mitarbeiter?
      Das ist tatsächlich ein wichtiges Thema, schließlich hängt in einer Zahnarztpraxis alles von der Produktivität des Behandlers ab. Eine gewisse Sicherheit hat mir die Tatsache gegeben, dass der alte Praxisinhaber noch – bis Ende vergangenen Jahres – in der Praxis mitgearbeitet hat und ich jemanden an meiner Seite hatte, der mich bei Bedarf beraten kann. Sorgen hat mir die soziale Verantwortung allerdings nicht gemacht. Ich habe sie mit dem Schritt in die Selbstständigkeit als normale Konsequenz empfunden.
       
    • Wobei es mit der zahnmedizinischen Tätigkeit allein ja nicht getan ist.
      Sie meinen das Betriebswirtschaftliche und die Buchhaltung – ja, das bekommt man an der Uni gar nicht mit. Darauf habe ich mich mit meinem Berater und mit Büchern vorbereitet – muss aber sagen, dass ich den Zeitaufwand für Buchhaltung und Praxisorganisation ganz schön unterschätzt habe. Wer glaubt, ein selbstständiger Zahnarzt könne mittwochs am Nachmittag ins Freibad gehen, der hat keine Vorstellung davon, was um die eigentliche Arbeit sonst noch so alles zu erledigen ist.
       
    • Wie lange arbeiten Sie in der Woche?
      Darüber habe ich mir eigentlich noch nie wirklich Gedanken gemacht, aber ich komme wohl locker auf 50 Stunden pro Woche.
       
    • Das klingt, als sei Ihre Work-Life-Balance nicht im Gleichgewicht ...
      Das mag wohl stimmen. Wobei ich das den Umständen entsprechend normal empfinde und es kein Problem für mich ist, da mir meine Arbeit sehr viel Spaß macht. Aber vor allem zu Beginn war die Work-Life-Balance sehr unausgeglichen zugunsten der Arbeit, weil ich wegen der hohen Investitionen und der unsicheren Situation besonders viel Energie in die Praxis gesteckt habe. Seit dem vorletzten Winter verbringe ich nun aber bewusst mehr Freizeit mit meiner Frau und meinen Freunden, spiele Beachvolleyball oder bin mit dem Mountainbike unterwegs. Ein Ausgleich zum Beruf ist unbedingt notwendig, und daran werde ich noch weiter arbeiten.